Klima Barrio aufgrund von Repression beendet – Wir sehen uns auf der Großdemo am Samstag

An alle, die es nicht über andere Kanäle mitbekommen haben: Das Camp in Entenwerder hat den Großteil der Veranstaltungszelte und weitere Struktuen abgebaut. Unter der Überschrift „Ausbruch aus dem Freiluft-Gefängnis“ wurde ein Statement verfasst: https://g20camp.noblogs.org

Auch die Orga-Crew des Klimabarrios hat sein Engagement in Entenwerder beendet, es wird kein zentrales Veranstaltungsprogramm der NoG20 Klima Aktion geben. Wir konzentrieren uns nun auf den Demoblock am Samstag. Alle Infos zur Demo am Samtag: https://nog20klima.wordpress.com/klimablock

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AntiG20-Camp in Hamburg durchzusetzen!

AntiG20-Camp in Hamburg durchzusetzen!
Verfasst von: Wütende Gruppen des Widerstands gegen den G20.
Verfasst am: 03.07.2017 – 02:41.

 

Polizei Hamburg schafft rechtsfreie Räume

Pressemitteilung des „Welcome to Hamburg“ Bündnis

 

Mit der Entscheidung der politisch Verantwortlichen in Hamburg, den
G20-Gipfel in die Stadt zu holen, ist die logische Konsequenz verbunden,
dass sich politischer Protest gegen Ziele und Inhalte der G20 im
öffentlichen Raum artikulieren muss.

Ein Ort politischer Gegenproteste sind Protestcamps als Ausdruck
kollektiver, pluraler und legitimer Organisierung von
Gegenöffentlichkeit. Die Hamburger Polizei verleumdet ohne konkrete und
nachvollziehbare Gefahrenprognosen Protestcamps als angeblichen
Rückzugsraum von „militanten Gewalttätern“. Neuer Tiefpunkt dieser
Diffamierungen ist der Polizeieinsatz gegen das vom Verwaltungsgericht
Hamburg bestätigte Camp in Hamburg-Entenwerder am gestrigen Sonntag.
Obwohl das Gericht das Übernachten in Schlafzelten ausdrücklich erlaubt
hat, hat die Polizei mit einer versammlungsrechtlichen Auflage in
rechtswidriger Weise versucht, den gerichtlichen Beschluss auszuhebeln.

Wir sehen hierin den unerträglichen Versuch der Polizei, mit haltlosen
Unterstellungen gerechtfertigten Protest zu kriminalisieren.

Wir werden das nicht länger tatenlos hinnehmen. Wir werden ab sofort
Plätze und Flächen sondieren und uns nehmen. Wir werden alles dafür tun,
um das Camp durchzusetzen!

 

Außerdem Folgendes:

 

Sollte bis Dienstag, 04.07., um 10:00 Uhr das Camp mit Schlafplätzen
nicht möglich sein, weil die Polizei weiterhin an ihrer Angriffs- und
Eskalationsstrategie festhält oder die Politik der Stadt Hamburg es zu
verhindern versucht, werden massenhaft und Spektren übergreifend Parks,
Plätze, Flächen und Knotenpunkte der Stadt besetzt.

Sollte die Strategie der Polizei, weiter einen Campaufbau zu
verunmöglichen, wird über den gesamten Stadtraum das unumgängliche
Bedürfnis eines Camps in den öffentlichen Raum getragen. Die Polizei
hat deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt ist, sich an gerichtliche
Vorgaben zu halten. Dies bedeutet umso mehr, dass wir nicht mehr allein
auf eine gerichtliche Entscheidung setzen. Stattdessen werden wir mit
allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln agieren, um kollektive Orte
politischer Gegenmobilisierung durchzusetzen. Wir bleiben bei der
unumstößlichen Forderung nach einem Camp!

Solch ein Camp ist ein Ort, in dem es Menschen ermöglicht wird, zu
schlafen, zu essen, sich auszutauschen, sanitäre Anlagen zu nutzen und
ohne staatliche Repression an Protestaktionen teilzunehmen. Hamburg hat
viele Grünflächen und tausende Menschen brauchen einen Schlafplatz.

Zusätzlich wird hier eine Liste mit Beispielen möglicher Campflächen
veröffentlicht, die alternativ zum Elbpark Entenwerder ab Dienstag zur
Verfügung stehen müssen. Diese Liste kann ergänzt werden…

Sollte bis Dienstag 10:00 Uhr nicht eine klare Zusage für ein solches
Camp erfolgen, wird dazu aufgerufen, mit Material, Zelten und allen
vorstellbaren Aktionsformen zu zeigen, dass sich öffentlicher Protest
gegen den G20 Gipfel nicht verbieten lässt.

Dieser Aufruf ist eine Spektren übergreifende Entscheidung und richtet
sich an alle, die das Camp durchsetzen wollen und die Angriffe auf die
Mobilisierung der Proteste nicht weiter hinnehmen.

Webers Park

Flora Park

Wohlers Park

Fischers Park

Unna Park

Hammer Park

Moorweide

Inselpark

Sanitas Park

Walter-Möller-Park

Hirsch Park (Blankenese)

Alter Elbpark (Bismarck)

Manstein Park

Eppendorfer Park

Stadtpark

Gehlers Park

August Lütjens Park

und viele mehr…

 

Wütende Gruppen des Widerstands gegen den G20

 

[DE/EN] YES WE CAMP! Klima-Barrio auf dem Camp in Entenwerder / Climate Barrio started at Entenwerder Camp

Am 2. Juli wurde trotz Schikanen der Polizei das antikapitalistische Protestcamp im Elbpark Entenwerder eröffnet. Wir haben bereits mit dem Aufbau des Klimabarrios begonnen und da die Polizei nach wie vor versucht zu verhindern, dass Menschen auch in Zelten auf dem Camp übernachten, kommt vorbei und unterstützt das Camp!

Wir beginnen auch ab sofort mit einem spannenden und umfangreichen Programm. Über zahlreiche Vorträge, Workshops, Filmen und Diskussionen werden wir Alternativen zur herrschenden Energie-, Agrar- und Verkehrspolitik aufzeigen und gemeinsam überlegen, wie wir uns über die G20-Proteste hinaus schlagkräftig gegen die Zerstörung unserer natürlicher Lebensgrundlagen und den damit verbundenen sozialen Auswirkungen zu Wehr setzen können.

Wir bieten Möglichkeiten zu übernachten (auch wenn die Polizei das gegenwärtig noch zu verhindern versucht), Anschluss an Bezugsgruppen zu finden und den Protesten der Klimabewegung während des G20-Gipfels einen kraftvollen Ausdruck zu verleihen.

Veranstaltungsprogramm des Klima Barrios: https://nog20klima.wordpress.com/klima-barrio/

Infos zum Camp (Anreise, aktuelle Situation u.a.): http://g20camp.noblogs.org

Und nicht vergessen, Klima-Block auf der Großdemo „Grenzlose Solidarität statt G20“: Samstag 8. Juli, 11 Uhr Deichtorhallen

 

English summary:

On July 2nd we set up the anticapitalistic Camp at „Elbpark Entenwerder“. The build-up of the Climate Barrio already started and we will begin with our programme immediately.

 

For more information please check:

https://nog20klima.wordpress.com/klima-barrio (Climate Barrio programme)

http://g20camp.noblogs.org (Camp-info, latest news and more)

 

Infostand ab 12Uhr Unigelände

Heute, am 01. Juli 2017 wird es auf dem Unigelände ab ca. 12Uhr einen Infopoint geben zum aktuellen Stand der Klima-Barrio-Planung.
Genauere Infos findet ihr auf der Homepage https://g20camp.noblogs.org/
Das antikapitalistische Camp soll als Ausdruck eines starken Protests vom 29.6. bis zum 9.7. im Stadtpark stattfinden.
Nach diversen Prozessen hat am 28. Juni das Bundesverfassungsgericht als oberstes deutsches Gericht entschieden, dass das Camp, so wie es geplant und angemeldet ist, mit Übernachtungszelten, Toiletten und Küchen, als Versammlung zu werten und somit grundsätzlich erlaubt sei.
Bereits vorm lange geforderten Kooperationsgespräch am Donnerstag den 29.06. erklärte Polizeichef Ralf Martin Meyer „dass es in Hamburg keine reinen Übernachtungscamps geben wird.“ Da das geplante Protestcamp von allerhöchster Stelle eben nicht als reines Übernachtungscamp eingestuft, sondern dem Versammlungsrecht unterliegt, stellte sich die Polizei damit gegen das Urteil des BVG.

https://g20camp.noblogs.org/

[DE] Aktivist*innen blockieren Kattwyk-Brücke und verhindern Kohle-Transport nach Moorburg

Am Freitag, dem 09.06.2017, seilten sich gegen 7:30 Uhr zwei Aktivist*innen der Gruppe Gegenstrom Hamburg von der Kattwyk-Brücke vor dem Kohle-Kraftwerk Moorburg ab, um auf die Umweltzerstörung durch die Kohleverbrennung in Vattenfalls Kraftwerk hinzuweisen.

Mit der Aktion fordern die Klimaaktivist*innen einen sofortigen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger und einen Wechsel hin zu einer dezentralen Energie-Erzeugung in Menschenhand.

 

Auf der Brücke entrollten weitere Aktivist*innen ein ca. 25m langes Banner mit der Aufschrift: „COAL KILLS – RECLAIM POWER“ und befestigten dieses am Brückengeländer. Schon beim Aufbau trafen Polizisten am Aktionsort ein, konnten die Aktivist*innen aber nicht stoppen.

Die gesamte Aktion wurde von Kamerateams, darunter Graswurzel.tv begleitet, sowie durch Pressearbeit der Aktionsgruppe und weiteren Medien festgehalten. Wegen der Handlungsunfähigkeit der Polizei im Bezug auf die unter der Brücke hängenden Aktivist*innen wurde der Schiffsverkehr unterbrochen. So konnten keine Transportschiffe nach Moorburg gelangen.

 

Der Hamburger Hafen steht stellvertretend für den Klima-killenden Kapitalismus; hier werden jährlich 140 Millionen Tonnen umgeschlagen. Davon waren 2014 7,5 Mio. Tonnen Kohle, Tendenz steigend. Diese kommt unter anderem aus Russland, wo ihr Abbau, wie auch an vielen anderen Orten der Welt, ein Raubbau an Natur und Menschen ist: In den Tagebauen verschwinden komplette Landschaften, Lebensräume und Ökosysteme. Insbesondere indigene Gemeinschaften werden oft gewaltsam vertrieben, die Arbeitsbedingungen sind prekär. Eine immer wieder zu beobachtende Praxis, so auch beim Abbau von Uran in Namibia. Denn außer Kohle-Importen finden im Hamburger Hafen trotz und auch nach dem Atomausstieg durchschnittlich alle zwei Tage Uran-Transporte statt.

 

Die Gruppe Gegenstrom Hamburg fordert das Ende der Zerstörung von Lebensgrundlagen und der Forcierung des Klimawandels zur Gewinnmaximierung und Wirtschaftswachstum. „Es kann nicht sein, dass RWE und Vattenfall einfach weiter machen dürfen und für ihre Zerstörung auch noch Subventionen bekommen!“, empört sich ein Aktivist.

Deutschland ist immer noch Braunkohle-Weltmeister: Die Kohleausstiegspläne der Bundesregierung beginnen nicht vor 2040. Ein unverantwortlicher Umgang, denn die Verbrennung von Braunkohle ist die CO2-intensivste Energiegewinnung überhaupt.

 

Nach gut 3,5 Stunden Blockade näherte sich die Wasserschutzpolizei mit einem Boot und Hebebühne den Kletter-Aktivist*innen und wollten so die Räumung beginnen. Die Aktivist*innen kletterten ein Stück höher, sodass sie außer Reichweite der Polizei waren. Anschließend beendeten sie ihren Protest und kletterten zurück auf die Brücke.

 

Die Aktivist*innen von Gegenstrom Hamburg wollen mit dieser Aktion auch auf den am 7./8. Juli in Hamburg stattfindenden G20-Gipfel aufmerksam machen und zu kreativen Gegenprotesten mit Bezug auf Klimapolitik mobilisieren. Bei diesem Gipfel werden die 20 reichsten Nationen vorgeblich im Namen der Menschheit Krisen verwalten, die sie selbst verursacht haben. Für die Aktivist*innen ist klar, dass die Klimaproblematik nicht ohne eine Überwindung des kapitalistischen Systems zu lösen ist. Deshalb rufen sie zu direkten Aktionen auf und lehnen Appelle an die G20 grundsätzlich ab.

 

Die Protestierenden in Moorburg sind solidarisch mit anderen Aktionen weltweit gegen fossile Infrastruktur, gegen Vattenfall und gegen RWEs Braunkohle-Tagebaue im Rheinland.

 

Über Spenden für weitere Aktionen und folgende Repression freuen sich die Aktivist*innen von Gegenstrom Hamburg: moin@gegenstromhamburg.de

[DE/EN] Call for Courses und Workshops für das Klima-Barrio / Call for courses and workshops for the climate-barrio

[DE] Call for Courses und Workshops für das Klima-Barrio auf dem antikapitalistischen G20 Protestcamp vom 29. Juni bis 09. Juli 2017 in Hamburg

 

In diesem Jahr findet vor und während des G20 Gipfels in Hamburg ein antikapitalistisches Camp statt, auf dem es ein Klima-Barrio geben wird – dafür suchen wir noch Referierende, die Workshops, Vorträge, Aktionstrainings, etc. anbieten möchten!

Die Kurse können sehr gerne auch in englischer Sprache sein und auch mehrtägige Kurse sind möglich.

Die Kurse werden vom 29.06 bis 09.07. stattfinden. Diese können für unterschiedliche Gruppengrößen (ca. 20-100 Menschen) konzipiert sein und können verschiedene Formate beinhalten (z.B. praktische Aktivitäten, Inputs, Diskussionen, Kleingruppenphasen).

Auf dem Camp wollen wir:

  • uns inhaltlich mit Themen rundum Klima & herrschendem System auseinandersetzen
  • eine Möglichkeit für Vernetzung bieten/ von eurer politischen Arbeit hören
  • aus unseren vorherigen Erfahrungen mit Protesten lernen
  • den Protest in der Infrastruktur unterstützen & Spiel und Spaß verbreiten

Die Referierenden schlafen wie alle Teilnehmenden in eigenen Zelten auf dem Camp und werden von der Küche des Camps versorgt. Ob es die Möglichkeit einer Aufwandsentschädigung gibt ist bisher nicht geklärt. Der Zugang zu elektronischen Geräten (Beamer etc.) sollte vorhanden sein.

Infos, die wir von euch bräuchten:

  • Was ihr anbietet? (Welcher Inhalt? Workshop, Vortrag, Theater, Sport etc.)
  • Was ihr braucht? (Zelt, Workshop-Materialien, Übersetzung)
  • Wann ihr könnt? (Nur bestimmte Tage, irgendwann?)

Habt ihr Lust, einen Kurs auf dem Klima-Barrio zu einem der genannten Themen anzubieten? Dann schreibt uns gerne an klima.prozess (at) g20hamburg.org und beschreibt euer Vorhaben mit ein paar Sätzen. Wir werden anschließend in den nächsten Wochen das Programm zusammenstellen und uns zurückmelden.

Falls ihr allgemeine Fragen habt oder euch einbringen und mitorganisieren wollt schreibt an: klima.ag (at) g20hamburg.org

Wir freuen uns von euch zu hören!
Viele Grüße
der Orgakreis des Klima-Barrios

***

[EN] Call for courses and workshops for the climate-barrio at the
anticapitalistic G20 protest camp from 29.06. to 9.07.2017 in Hamburg
This year, before and during the G20 summit in Hamburg there will be an anticapitalistic camp with a climate-barrio – for our program, we are looking for people that would like to offer workshops, talks, presentations, action trainings, etc.!
The courses are especially welcome if held in English and can be multi-day courses too.

The courses will take place from 29th June to 9th of July. They can be designed for different group sizes (ca. 20-100 participants) and can involve diverse formats (e.g. practical activities, inputs, discussions, group work).
At the camp we want to:

  • talk about topics connected to climate & the ruling system
  • offer space for networking/ hear about your political work
  • learn from our previous experiences with protest
  • support the infrastructure of the protest & spread fun and games!

Course instructors sleep in their own tents at the camp like all participants and will be provided with delicious food from the camp kitchen.
The potential of expense allowance is not clarified yet. Access to electronical devices (e.g. projectors) should be provided.
Information, that we’d need from you:

  • – What do you offer? (Which contents? Which form?)
  • What do you need? (Tent, Workshop material, translation?)
  • When do you have time? (only certain days, any time?)
  • Would you like to give a course at the climate-barrio? If so, please

contact us and describe your intentions briefly: klima.prozess (at) g20hamburg.org. We will put together a program within the next couple of weeks and
message you back.

If you have general questions or want to help and join the organisation team contact us: klima.ag (at) g20hamburg.org

We are looking forward to hearing from you!
Best wishes,
the organisation team for the climate-barrio

[DE] Kommt zum offenen Vorbereitungstreffen für Klima-Block und Barrio am 25. Juni

Um einen Raum zu schaffen zum Vernetzen, miteinander lernen und den Zusammenhang zwischen Kapitalismus zu diskutieren, hat sich eine offene Gruppe zusammengefunden, die zwischen dem 29.6. und 9.7. ein Klima-Barrio auf dem antikapitalistischen Camp im Stadtpark organisieren wird. Und um die fortschreitende Zerstörung von Lebensgrundlagen durch den Klimawandel auch auf der großen Demo am 8.7. zu thematisieren organisieren wir auch einen kraftvollen antikapitalistischen Klimablock.

Das nächste Treffen zur Vorbereitung der Proteste wird am Sonntag, dem 25. Juni im Centro Sociale (Sternstr. 2) stattfinden:

  • um 11 Uhr trifft sich der Orga-Kreis des Klima-Blocks auf der Demo „Globale Solidarität statt G20“
  • um 14 Uhr geht es dann mit dem Klima-Barrio auf dem G20-Camp weiter

Ihr seid herzlich eingeladen, an beiden oder auch nur einem Teil dieses Planungstreffens teilzunehmen und mitzuwirken – es gibt viel Gestaltungsspielraum für neue Ideen und Interessengebiete. Also kommt vorbei und bringt eure FreundInnen mit.

[DE/EN] Unterstützung unserer Proteste durch Spenden / Donations to support our resistance

Im Rahmen der G20-Proteste werden wir ein Klimabarrio auf dem antikapitalistischen Camp und zu einem kraftvollen Block auf der Großdemonstration „Globale Solidarität statt G20“ organisieren. Hierfür braucht es viele helfende Hände, viel Kreativität und den ein oder anderen Euro, etwa für Veranstaltungszelte auf dem Klima-Barrio, für die Technik unserers Lautsprecherwagens auf der Demo oder die Gestaltung von Aktionsmaterialien. Wir freuen uns daher über eine Unterstützung der Proteste durch eine Spende:

To support our resistance please donate to:

Empfänger / recipient: „Spenden & Aktionen“

Stichwort / keyword: „NoG20 Klima“

IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06

BIC-Swift: VBMHDE5F

Wer eine Spendenbescheinigung möchte, nehme bitte vorab per Mail Kontakt auf / If you need a donation certifcate please contact in advance: klima.finanzen (at) g20hamburg.org

[DE/EN] Statement: Keine Klimaaktion am 7. Juli im Hafen / Mass climate resistance action on july 7th cancelled.

[DE] Seit Dezember waren wir dabei, eine massenhaft widerständige Klimaaktion zum G20-Gipfel vorzubereiten. Im Hamburger Hafen wollten wir uns mit vielen Menschen dem sozial-ökologisch zerstörerischen, neokolonialen „Normal“-Betrieb des Kapitalismus in den Weg stellen. Damit wollten wir verdeutlichen, dass der Klimawandel im kapitalistischen System, für das die G20 stehen, nicht gestoppt werden kann und wir uns selbst darum kümmern müssen. Wir und einige von Euch haben viel Energie in dieses Vorhaben gesteckt.

Leider mussten wir uns nun schweren Herzens entscheiden, die geplante Aktion abzusagen.

 

Das hatte zwei unterschiedliche Gründe: Durch Sicherheitsfehler sind leider Teile unserer Struktur und Pläne möglicherweise den Repressionsorganen bekannt geworden. Ein Festhalten an unserem Plan hätte Einzelne einem stark erhöhten Repressionsrisiko ausgesetzt. Gleiches würde für einen abgeänderten Plan zum G20 gelten.

Zusätzlich mussten wir uns eingestehen, dass unsere Arbeitsfähigkeit schon für die ursprünglich geplante Aktion in Frage stand. Für im Grunde alle Arbeitsbereiche gab es zu wenig Kapazitäten und Einzelne waren längst überlastet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen sind das externe Faktoren, z.B. die Tatsache, dass dieses Jahr viele klimabezogene Aktionen stattfinden und viele Ressourcen binden. Aber auch eigene Fehler und mangelnde Erfahrung haben dazu beigetragen. Die Planung einer neuen großen Aktion wäre neben dem Zeitdruck also auch aus diesem Grund nicht möglich gewesen. Nach dem Gipfel wollen wir uns noch einmal zusammensetzen und eine ausführliche Analyse starten mit dem Ziel, für die Zukunft zu lernen und Erfahrungen weiterzugeben.

Wir finden es weiterhin wichtig, den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimawandel hervorzuheben. Das kann und sollte zu jedem Zeitpunkt und Anlass passieren. Sei es in Amsterdam, bei den Aktionstagen im Rheinland im August, zur COP in Bonn, internationalen Klimacamps oder zu selbst gewählten Anlässen. Wir freuen uns, euch dort
zu treffen!

 

Auch wenn die geplante Massenaktion nicht stattfinden kann, wollen wir trotzdem den Gipfel zum Anlass nehmen, Klimathemen in der Öffentlichkeit und im linksradikalen Spektrum zu diskutieren. In der Woche vor dem Gipfel werden wir auf dem Antikapitalistischen Camp ein Klimabarrio errichten. Auf der Bündnisdemo am 8.7. wollen wir einen großen antikapitalistischen Klimablock organisieren. Außerdem werden selbstverständlich viele weitere Aktionen im Umfeld des G20 stattfinden.

 

Es gibt also viele Gründe, trotzdem im Juli nach Hamburg zu kommen.
Wir freuen uns auf euch!

Ob im Wald, in der Grube, auf dem Bagger oder im Hafen – Klimaschutz
bleibt Handarbeit. Immer und überall!

 


 

[EN] Call off: Mass Resistance Climate Action at Hamburg Harbour

Since December we have been planning a mass climate action of resistance to the G20 summit. At the Port of Hamburg, together with many others, we wanted to bar the way of the socially and ecologically destructive, neocolonial “business as usual” of capitalism. With this, we wanted to illustrate that climate change cannot be stopped within the capitalist system which the G20 represent, and that we have to take care of it ourselves. We have all put a lot of energy into this project.

 

Regretfully and with heavy hearts, we have had to call off the planned action.

 

There are two different reasons for this decision:
Due to security failures, parts of our structure and plans may have been laid open to the authorities. Sticking to our plans would have exposed individuals to a highly increased risk of repression. The same would be true for an altered plan for a G20 action.
In addition, we have had to concede that our ability to work was already in question for the originally planned action. Capabilities were short for essentially all fields of work, and individuals had been overburdened for a long time. The reasons for this are manifold: On the one hand, there are external factors, e.g. the fact that there are many climate related actions planned for this year and bind a lot of capabilities. But also mistakes and a lack of experience on our part have played a role. In addition to being pressed for time, the planning of a completely new action would have been impossible for these reasons as well.

After the summit, we want to get together and start an in-depth analysis with the goal of learning for the future and passing on expertise.

 

We still believe that the link between capitalism and climate change bears emphasis. This can and should happen at any occasion and any point in time. Be it in Amsterdam, at the action days in the Rhineland in August, for the COP in Bonn, international Climate Camps or self-chosen occasions. We look forward to meeting you there!

Even though the planned mass action won’t be happening, we still want to use the summit as an occasion to discuss climate topics with the public and in the radical left scene. In the week before the summit, we will establish a climate barrio at the anticapitalist camp, and for the big demonstration on 8th July we will organise a big and bold anticapitalist climate block.
And of course, there will still be many other actions happening around the G20 summit. More info on this e.g. at g20hamburg.org.

There are still many reasons to come to Hamburg in July! We look forward to having you here!

[DE] Der Kern von G20: die Menschheit mit „Wachstum“ an die Wand fahren

Wenn mehr und mehr Bewegungen und Spektren in gemeinsamen oder sich bewusst solidarisch ergänzenden Kämpfen zusammen kommen, dabei gegenseitig voneinander lernen und Stück für Stück eine gemeinsame Vision und Erzählung entwickeln – dann können wir miteinander einiges oder vielleicht auch sehr viel erreichen. Für das Zusammenkommen der Einzelbewegungen und -Spektren ist G20 in Hamburg eine Chance. 

Exponentiell rigoros rücksichtsloser

Bei allen Differenzen sind die Regierungen der G20 sich in einem Punkt einig: die kapitalistische Profitmaschine muss am Laufen gehalten werden – koste es was es wolle, und wenn es die Zukunft der Menschheit ist. Wie üblich verkaufen sie dies mit dem gezielt irreführenden Begriff „Wachstum“.

Kapitalistisches „Wachstum“ ist nicht abstrakt, sondern findet in der realen stofflichen Welt statt. Es verläuft exponentiell – immer schneller und schneller. Das führt bei beispielsweise 3% jährlicher globaler Kapitalexpansion innerhalb von gerade mal 23 Jahren zu einer Verdoppelung der Gesamt-Kapitalmenge, die sich dann entsprechend weiter verwerten will. Dieses passiert durch Arbeit von Menschen mit begrenzt leidensfähigen Körpern und Seelen, auf einem sich nicht aufblähenden, sondern begrenzten Planeten mit begrenzten Schadstoffsenken und Basis-Ressourcen wie z.B. Wasser, Ackerböden, Wäldern. Folgen dieses Widerspruchs sind u.a. der Klimawandel und die Krise der Reproduktion. Auch ein „grüner“ Kapitalismus unterläge weiterhin dem Wachstumszwang mit entsprechend steigendem Ressourcenverbrauch.

Kapitalistisches „Wachstum“ begünstigt die Reichen zulasten der Arm-Gemachten. Es geschieht durch Eroberung zuvor nicht kapitalistisch beherrschter Bereiche, in Form von „Extraprofiten“ durch Mono- bzw. Oligopole oder in der Konkurrenz des Marktes – gemäß dem angeblichen „Recht“ der Größeren, Stärkeren, rigoros Rücksichtsloseren. Es geht einher mit Hauen und Stechen, Ausbeutung und Ausschlüssen, Panzern und Bomben, „Freihandels“-Verträgen bzw. Protektionismus, etc.

Expansion – Ungleichheit – Kollaps – Showbiz – Zukunft

Die kapitalistische Expansion hat sich von Europa aus in fünf Jahrhunderten über den Planeten ausgebreitet. Von diesem „Wachstum“ haben – wenn auch höchst ungleich – große Teile der Bevölkerungen des globalen Nordens materiell in der Summe signifikant profitiert. Im globalen Süden hingegen hinterließ der europäisch-kapitalistische Raubzug eine tiefe Spur von Völkermord, Versklavung, Plünderung sowie die extraktivistische Degradierung vieler Länder zu bloßen Rohstofflieferanten. Die damit einhergehende brutale, zutiefst anti-demokratische soziale Ungleichheit hat heute ein beispiellos extremes Maß erreicht: acht einzelne Männer besitzen mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Zugleich steuert der Kapitalismus die Menschheit – bzw. zunächst den globalen Süden, der bisher viel stärker betroffen ist – auf einen umfassenden ökologischen Kollaps zu:

  • schon heute vollzieht sich die Überschreitung einiger Kipp-Punkte im globalen Klimasystem (z.B. Auftauen von zuvor Sonnenlicht reflektierenden Eisflächen, dadurch weitere Erwärmung);
  • schon heute kommt es aufgrund des Klimawandels deutlich häufiger zu deutlich heftigeren Extremwetter-Ereignissen, wodurch Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zerstört werden;
  • schon heute haben die globalen Zerstörungen u.a. von Biodiversität, Süßwasservorkommen, Ackerböden, Wäldern und ozeanischen Ökosystemen alarmierende Dimensionen erreicht.

Es gehört in dieser Situation ein enormes Maß an Illusionen, Verdrängung, Gleichgültigkeit, Ignoranz, Lügen, „alternativen Fakten“ und Showbiz dazu, nach wie vor wie die G20 zu behaupten, kapitalistisches „Wachstum“ könne in größerem Umfang die globale Armut tragfähig aufheben.

Eine menschliche Zukunft, die diesen Namen verdient, wird es nur geben, wenn Kapitalismus und alle weiteren Herrschaftsformen so schnell wie möglich überwunden werden. Nur dann werden wir gemeinsam eine solidarische Ökonomie organisieren können, die nicht zwecks räumlich-zeitlicher Krisen-Verschiebung darauf angewiesen ist, unendlich zu expandieren. Nur dann werden wir die dringliche Umverteilung materieller Güter sowie die ebenso dringliche sozial-ökologische Transformation unserer Produktions- und Lebensweisen hinbekommen. Und nur dann werden wir die lebendige Vielfalt menschlicher Kulturen und Wissenschaften nutzen können, um trotz gravierender Folgen u.a. des Klimawandels ein gutes Leben für Alle einschließlich kommender Generationen zu realisieren.